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Die Bibliothek

 

Eine der eindruckvollsten Xylotheken (Xylon, gr.= Holz; Theke, gr.= Aufbewahrungsort) kann man bis heute im Naturkundemuseum Kassel besichtigen. Ab 1780 baute der kurfürstliche Oeconomiedirektor Carl Schildbach dort seine 530 Scheinbände umfassende Holzbibliothek. Als "naturkundliches Lehrstück" wurden sämtliche Holzgewächse der Gegend (Park Wilhelmshöhe!) enzyclopädisch erfasst. Aus der Museumsbroschüre 2001: "Dabei wird aus jeder einzelnen Baum- oder Strauchart eine Art Scheinbuch gebildet, dessen Äußeres aus Holz und Rinde besteht, während im Innern die jeweiligen Blätter, Blüten und Früchte dreidimensional vorgestellt sind. Eingeklebte Legenden enthalten das damalige forstbotanische Wissen zur jeweiligen Art."

 

Die Kunst-Xylothek (seit 2006 im Entstehen) nimmt sich des "Gewachsenen" in Kunst und Leben gleichermaßen an. Ob Lektürefrüchte, Ausstellungsfragmente, Photos oder Erinnerungsmaterialien aller Art, die Zigarrenkiste wird zum Aufbewahrungsort dieser Schätze "nach selbstgewähltem Plan" und ordnet sie frei nach Carl Schildbach "für eine anschauliche Betrachtung". Sie folgt dabei vielleicht auch in Ansätzen den Spuren der Bibliothek eines leidenschaftlichen Buchbinders, wie Wolfgang Hildesheimer sie in seinem Roman "Masante" beschreibt: "Sie war voller Schätze, Bücher aus herrlichen handgeschöpften Papieren, Pergamente wie geschaffen für Apokryphes oder Palimpseste, zartfrabene Vorsatzpapiere in alten Mustern, Bücher seltsamer Formen, oval und sechseckig, Arbeiten eines Lebens, und die Seiten alle leer. In seiner Bibliothek stand nicht ein einziges Wort."

 

Ab 30. September 2010 wird die dann zwischen 300 und 400 Exemplare umfassende Bibliothek im Foyer der WUNDERKAMMER der Franckeschen Stiftungen in Halle das erste Mal komplett präsentiert werden. Die in ihr behandelten Sachgebiete (siehe oben) sollen in einem Katalog vorgestellt werden.

 

 

 

buchregalstreifen

 

 

 

 

animation xylothek